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05.11.2019

Gemeinsam Fahrt aufnehmen

Zusammenarbeit zweier Verkehrsunternehmen vertiefen

Reihenfolge von links: Geschäftsführer Jenaer Nahverkehr/JES Andreas Möller; Geschäftsführer Stadtwerke Jena Thomas Dirkes; Landrat Andreas Heller; Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche; Geschäftsführer Stadtwerke Jena Thomas Zaremba und Geschäftsführer Jenaer Nahverkehr Steffen Gundermann

Der eingeschlagene Weg der interkommunalen Zusammenarbeit in Jena und im Saale-Holzland-Kreis soll auf eine neue Ebene gebracht und weiter intensiviert werden. „Dafür verfolgen wir das gemeinsame Ziel, den öffentlichen Nahverkehr in Stadt und Land, der durch den Jenaer Nahverkehr und die JES Verkehrsgesellschaft betrieben wird, noch besser zu verzahnen und fortzuentwickeln“, kündigte Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche in einem Pressetermin am heutigen Mittwoch, 6. November 2019, an. Gemeinsam mit Landrat Andreas Heller, den Geschäftsführern der Stadtwerke Jena und der beiden Verkehrsunternehmen, Jenaer Nahverkehr und JES Verkehrsgesellschaft, informierte er über eine Absichtserklärung, die nun in die Gremien in Jena und im Saale-Holzland-Kreis zur Abstimmung geht.

„Im Mittelpunkt der Beschlussvorlage steht, Mobilität als Kernbestandteil der Daseinsvorsorge in einem gemeinsamen Verkehrsraum Jena-Saale-Holzland anzubieten“, sagte Landrat Heller. Der öffentliche Nahverkehr nehme eine zentrale Rolle ein sowohl im Hinblick auf die Erreichung klimapolitischer Ziele, als auch auf die konkrete Lebensqualität der Menschen in Stadt und im Landkreis. Dies solle durch eine noch engere Zusammenarbeit beider Verkehrsunternehmen gestärkt werden.

Gemeinsame Ressourcennutzung, Kosteneinsparung beispielsweise bei der Beschaffung von Fahrzeugen, Effizienzsteigerung bei der Erstellung von Linien- und Fahrplanangeboten sowie flexiblere Personalplanungen sind nur ein Teil der Synergieeffekte, die man sich durch eine Verschmelzung der beiden Verkehrsunternehmen erhofft. „Um diese gesteckten Ziele zu erreichen, prüfen wir eine Fusion der beiden Verkehrsunternehmen“, erklärten die Verantwortlichen von Stadt und Landkreis. Vorbehaltlich der Zustimmung zur Absichtserklärung in den Gremien und der Machbarkeit nach Prüfung aller Rahmenbedingungen könnte die Verschmelzung im kommenden Jahr vorbereitet und bereits in 2021 umgesetzt werden.

Damit rücken perspektivisch zwei Verkehrsunternehmen zusammen, die schon heute Partner im Verkehrsverbund Mittelthüringen sind und mit Andreas Möller von einem gemeinsamen Geschäftsführer profitieren. Beim Jenaer Nahverkehr wird die Spitze um Geschäftsführer Steffen Gundermann ergänzt. „Unsere Idee eines gemeinsamen Verkehrsunternehmens besteht darin, nicht nur klimafreundlich und zukunftsfähig zu sein, sondern für alle Einwohner aus Jena und der Region eine serviceorientierte Mobilität sicherzustellen“, sagte Thomas Zaremba, Geschäftsführer der Stadtwerke Jena. Mit dann 132 Bussen, 38 Straßenbahnen, 50 Bus- und 5 Straßenbahnlinien würden die Verkehrsbeziehungen zwischen Stadt und Land langfristig gefestigt.

„Wir möchten unseren Fahrgästen in Jena und der Region zukünftig besser aufeinander abgestimmte Mobilitätsangebote bieten. Gleichzeitig wollen wir für Jena und den Saale-Holzland-Kreis Partner bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte sein“, sagte Andreas Möller zum Termin. Steffen Gundermann ergänzte: „Darüber hinaus übernehmen wir Verantwortung beim Thema Emissionsschutz, indem wir uns bereits heute intensiv mit einem möglichen Umstieg vom Dieselbussystem zu umweltfreundlichen Antriebstechnologien beschäftigen.“ Damit zahle auch die neue Verkehrsgesellschaft unmittelbar auf die Klimaschutzziele der Kommunen ein. Aktuelles Beispiel: Noch in diesem Jahr erweitert der Jenaer Nahverkehr seinen Fuhrpark um drei Elektro-Busse.

Für die Vorbereitung der Absichtserklärung wurden in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen verschiedene Kooperationsmodelle geprüft und mit den Vertretern des Landkreises und der Stadt bewertet. Allen Beteiligten ist wichtig, bei dem Prozess die Arbeitsplätze der Beschäftigten und die Ausbildungsplätze langfristig zu sichern. „Die vertiefte Zusammenarbeit bietet uns zusätzlich die Chance, dem Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen, einerseits um für zukünftige Aufgaben gut gerüstet zu sein, anderseits um auch nachfolgenden Generationen Berufsperspektiven zu bieten“, so Andreas Möller.