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16.03.2017

Grünes Licht für E-Scooter in Linienbussen


©Anja Tautenhahn/Stadtwerke Jena

Nach mehr als zwei Jahren Verhandlungszeitraum ist ein bundeseinheitlicher Erlass der Länder in Kraft getreten: Ab sofort dürfen elektrisch betriebene Rollstühle, sogenannte E-Scooter, in Linienbussen mitgenommen werden. Das teilte gestern (15.03.2017) das Thüringer Landesverwaltungsamt mit. 

„Wir begrüßen die bundeseinheitliche Regelung, die zwischen Bund, Ländern, Verbänden der Verkehrsunternehmen und Aufgabenträgern sowie Interessenverbänden behinderter bzw. in ihrer Mobilität eingeschränkter Personen abgestimmt ist. Jetzt können die Hersteller ihre Scooter entsprechend konstruieren und wir deren Mitnahme organisieren", sagt Andreas Möller, der Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehres. 

Dank der nun gegebenen Klarheit sei der Nahverkehr in der Lage, ab sofort neue Busse nach den entsprechenden Kriterien zu beschaffen. Weiterhin werde geprüft, ob und wie die vorhandenen Linienbusse entsprechend den Anforderungen nach- beziehungsweise umgerüstet werden könnten. Über die Umsetzung der Vorgaben werde man sich zeitnah mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen besprechen, so Andreas Möller.

Mitnahmebedingungen in Linienbussen

Die Mitnahmepflicht gilt für vierrädrige E-Scooter bis zu einer Gesamtlänge von 1,20 Metern und einem Gesamtgewicht mit aufsitzender Person von höchstens 300 Kilogramm. Außerdem müssen die Fahrzeuge zum Beispiel eine zusätzliche Feststellbremse haben, bestimmte Beschleunigungskräfte aushalten und rückwärts in einen Bus einfahren können. Die Eignung des E-Scooters für die Mitnahme im Bus muss vom Hersteller in der Bedienungsanleitung festgestellt werden.

Die Mitnahmeverpflichtung gilt für Nutzer von E-Scootern, die einen Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen "G" haben oder denen der Scooter von der Krankenkasse verschrieben wurde. Damit haben Betroffene endlich Rechtssicherheit. 

Mitnahmebedingungen in Straßenbahnen

Von der Regelung zunächst unverändert bleiben die Festlegungen für die Mitnahme von E-Scootern in Straßenbahnen des Jenaer Nahverkehrs. Nach wie vor bietet das Unternehmen die individuellen E-Scooter-Trainings für den Erhalt der „Mitnahmeerlaubnis“ an.

Zu den Kriterien, die für einen sicheren Transport beziehungsweise die „Mitnahmeerlaubnis“ in den Straßenbahnen notwendig sind, gehört ebenfalls ´´das Vorlegen eines Schwerbehindertenausweises mit dem Kennzeichen G oder aG. E-Scooter-Nutzer müssen weiterhin vom Scooter absteigen und während der Fahrt einen Sitzplatz in der Straßenbahn einnehmen. Aber auch technische Voraussetzungen der E-Scooter, die in jedem Fall zur Mitnahme in anderen Fahrzeugen zugelassen sein müssen, werden geprüft. So sollten die E-Scooter mindestens vier oder fünf Räder haben und bestimmte Maße sowie maximales Gewicht nicht überschreiten. Außerdem werden praktische Voraussetzungen wie das Einfahren in die Straßenbahn und das Abstellen der Mobilitätshilfe getestet. 

„Der Jenaer Nahverkehr setzt alles daran, Menschen, die auf einen E-Scooter angewiesen sind, am öffentlichen Nahverkehr teilhaben zu lassen“, sagt Andreas Möller. Daher bietet das Verkehrsunternehmen auch zukünftig regelmäßig Termine an zu den individuellen Trainings auf dem Betriebshof Burgau, Keßlerstraße 29. Interessierte werden gebeten sich für jederzeit über das VMT-Servicetelefon anzumelden: 0361 19449.